Dr. Baxmann‘s LeanOrthodontics® - Erfolgreich in Praxismanagement & Kieferorthopädie

Dr. Baxmann‘s LeanOrthodontics® - Erfolgreich in Praxismanagement & Kieferorthopädie

Einfach erfolgreiche(re) Kieferorthopädie

Transkript

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00:00:00: Mein Name ist Dr.

00:00:01: Martin Buxma.

00:00:02: Kennen Sie das?

00:00:03: Das Wartezimmer ist berechenvoll, das Team hetzt von Zimmer zu Zimmer und unser Erste am Puls ist schneller laufen mehr Stühle besetzen!

00:00:09: Aber was wenn ich Ihnen sage dass der effektivste Weg aus diesem Chaos genau das Gegenteil ist?

00:00:13: Anhalten und ein Zimmer schließen?

00:00:15: Genau über diese zugegeben kontraintuitive Strategie zur Auflösung von Praxisstaus sprechen wir heute.

00:00:21: Ja, das ist die entscheidende Frage.

00:00:24: Es klingt erst mal paradox – ich weiß!

00:00:26: Es widerspricht zu ziemlich jedem Instinkt den wir als Praxismanager haben.

00:00:29: Aber bleiben Sie dran?

00:00:30: Denn die Logik dahinter ist nicht nur bestechend, sie hat auch das Potenzial der Art und Weise wie Ihre Praxis funktioniert von Grund auf zu verändern.

00:00:38: Wir alle kennen das Gefühl im Stau zu stehen….

00:00:40: man kommt einfach nicht voran.

00:00:42: Tja, genau das passiert eben in unseren Praxen.

00:00:44: Mein Team hat dafür einen Namen ….

00:00:46: Der Bus Kommt Sie kennen das sicher.

00:00:48: Trotz perfekte Terminplanung kommen plötzlich drei Patienten zu spät, drei weitere viel zu früh und zack – das Wartezimmer platzt aus allen Nähten!

00:00:55: Die Stimmung kippt die Patienten werden unruhig, die Rezeption nervös und im Behandlungsbereich brecht langsam aber sicher die Hektik aus.

00:01:01: Und was tun wir in so einer Situation?

00:01:02: Wir reagieren instinktiv Aber genau diese instinkative Reaktion ist oft das, was das Problem nicht löst sondern es sogar noch verschlimmert.

00:01:10: Schauen wir uns diesen Denkseeler mal genauer an.

00:01:12: Um das Problem zu verstehen müssen wir unseren Begriff aus der Industrie leihen Work in Progress Limits, kurz WIP-Limits.

00:01:19: Das kennt jetzt vielleicht sehr technisch, meint aber im Grunde nur wie viele Dinge können wir gleichzeitig anfangen bevor wir uns selbst im Weg stehen?

00:01:26: In unserer Welt der Kieferautopädie ist das WIP Limit ganz einfach die Anzahl der Behandlungsstühle die wir aktiv nutzen.

00:01:32: Die Frage ist also nicht wie viele Stühle wir haben sondern wie viel wir gleichzeitig effizient betreiben können.

00:01:37: Und hier sehen wir das Dilemma Schwarz-Aufweis.

00:01:40: Unser Instinkt, unsere emotionale Reaktion schreit – Das Wartezimmer ist voll!

00:01:44: Wir brauchen mehr Kapazität!

00:01:45: Macht das Notfallzimmer auf!

00:01:46: Wir erhöhen also unser Work in Progress.

00:01:48: Wir denken, mehr angefangene Behandlungen führen automatisch zu mehr abgeschlossenen Behandlungen.

00:01:52: Die Leanlosung, der prozessorientierte Ansatz sieht es aber ganz anders.

00:01:56: Er sagt «das System ist verstopft».

00:01:57: Die Lösung ist nicht noch mehr rein zu pumpen sondern den Fluss zu kontrollieren indem die aktive Arbeit bewusst begrenzen.

00:02:06: Um wirklich zu begreifen, warum weniger hier mehr sein kann, verlassen wir mal kurz die Praxis und schauen uns eine faszinierende Studie an, die dieses Prinzip perfekt auf den Punkt bringt.

00:02:16: Diese Regel kennt wohl jeder von uns – nicht nur aus London!

00:02:20: Rechts stehen für die, die es nicht eilig haben, links gehen für die Schnellen.

00:02:23: Die Logik scheint ja auch absolut einleuchtend.

00:02:25: Wenn einige Leute schneller gehen, erhöht das doch den Gesamtdurchsatz ist klar oder?

00:02:30: Tja, genau das hat man in London während der Rush Hour mal ganz genau untersucht.

00:02:34: Man hat die Leute gebeten eben nicht links zu gehen sondern sich auf beide Seiten der Rolltrippe zu stellen!

00:02:39: Die Frage war ganz einfach – welche Methode bringt pro Minute mehr Menschen nach oben?

00:02:44: Die Antwort hat viele überrascht.

00:02:46: Das Ergebnis war eindeutig Wenn alle Leute einfach nur stehen Auf beiden Seiten ist der Durchsatz signifikant höher.

00:02:52: Warum?

00:02:53: Nun die G-Spur erzeugt automatisch große Lücken zwischen den Menschen.

00:02:56: Man braucht ja Platz zum Laufen, wenn aber alle stehen wird jeder einzelne Platz auf der Rolltreppe genutzt!

00:03:01: Die Dichte erhöht sich massiv und obwohl sich jede einzelne langsamer bewegt kommen in der Summe viel mehr Menschen oben an.

00:03:07: Und zwar nicht nur ein bisschen mehr.

00:03:08: wir reden hier von siebenundzwanzig Prozent.

00:03:11: lassen Sie sich diese Zahl mal auf der Zunge zergehen Ein Viertel mehr Kapazität nur indem man den Prozess verlangsamt und verdichtet.

00:03:18: Dichte schlägt hier also ganz klar die individuelle Geschwindigkeit.

00:03:21: Ein langsamer, aber stetiger Fluss war dem schnellen, lückenhaften Fluss haushoch überlegen.

00:03:26: So und jetzt nehmen wir dieses Rolltreppen-Prinzip und übertragen es eins zu eins zurück in unsere Praxis!

00:03:32: Was bedeutet Dichte statt Geschwindigkeit für unseren Behandlungsworkflow?

00:03:36: Wenn also das nächste Mal der Bus ankommt – wenn das System zu verstopfen droht – dann tun Sie genau das Gegenteil von dem was Ihr Instinkt Ihnen zuruft.

00:03:44: Wieder stehen sie dem Drang das dritte oder vierte Zimmer aufzumachen.

00:03:48: Stattdessen bündeln Sie schaffen maximale Dichte an einem Punkt, anstatt ihr Team dünn über mehrere Zimmer zu verteilen.

00:03:55: Im Grunde verwandeln sie ein Behandlungszimmer in einen Formel-I Boxenstopp.

00:03:59: Die Rollenverteilung ist dabei absolut entscheidend und hyperspezifisch!

00:04:02: Der Arzt oder die Ärztin macht nur noch das was wirklich nur er oder sie kann – die klinische Arbeit am Patienten.

00:04:08: Assistenz I ist die direkte Stuhlassistenz, reicht an, saugt ab, ist die zweite Hand und Assistenz II wird zur Logistikmanagerin.

00:04:15: Sie dokumentiert in Echtzeit, lockt schon den nächsten Patienten ein.

00:04:42: Die Wechselzeit dieser notorische Zeitfresser tendiert gegen null.

00:04:46: Das ständige Hin- und Herlaufen zwischen den Zimmern entfällt, das Suche nach Instrumenten ist vorbei – der Stresspegel im Team singt dramatisch, weil jeder genau weiß was seine Aufgabe ist!

00:04:54: Und der Patient?

00:04:55: Der fühlt sich unglaublich gut betreut, weil sich ein ganzes Team nur auf ihn konzentriert.

00:04:59: Und das schönste Ergebnis, dass Wartezimmer lehrt sich tatsächlich schneller bei höherer Qualität und deutlich weniger hektik.

00:05:05: Dieses Zitat bringt die ganze Philosophie auf den Punkt.

00:05:08: Es geht eben nicht darum, sich zu zersplittern, sich dünnzumachen und zu versuchen an drei Orten gleichzeitig zu sein.

00:05:14: es geht darum Energie-und Fokus zu bündeln um den Engpass, den Stau, souverän und effizient aufzulösen.

00:05:20: Und das liebe Kolleginnen und Kollegen ist am Ende die entscheidende Frage die sie sich als Führungskraft stellen müssen.

00:05:27: Mut gegen den eigenen Instinkt und vielleicht auch gegen die Erwartungshaltung des Teams zu handeln.

00:05:32: Aber die Resultate für die Effizienz ihrer Praxis, für die Zufriedenheit ihres Teams und für das Erlebnis ihrer Patienten können absolut transformativ sein!